Seit die Affäre aufgeflogen ist, redet ihr. Stundenlang. Nachts um 2 Uhr. Am Küchentisch. Im Auto.
Die Fragen kommen immer wieder. Wann? Wo? Wie oft? Warum?
Die Erklärungsversuche. Die Versprechen. Die Bitten um Vergebung.
Aber irgendwie hilft das alles nicht. Die Bilder im Kopf werden nicht weniger. Das Misstrauen bleibt. Die Angst, dass es wieder passiert – oder die Scham über das, was passiert ist – frisst euch auf.
Ihr versucht, darüber hinwegzukommen. Ihr gebt euch Mühe. Wirklich.
Aber dann kommt dieser eine Moment: Eine WhatsApp-Nachricht. Ein zu spätes Nachhausekommen. Ein Name, der fällt.
Und schon seid ihr wieder mittendrin. Die alten Wunden reißen auf. Das Misstrauen ist sofort wieder da.
Ihr dreht euch im Kreis. Jedes Gespräch endet im Streit oder in Tränen. Oder in eisigem Schweigen.
Eigentlich solltet ihr längst wieder zueinander gefunden haben.
Eigentlich sollte die Zeit die Wunden heilen – aber irgendwie scheint der Schmerz nicht weniger zu werden. Ihr wisst nicht, wie ihr da rauskommen sollt.
Ihr fragt euch: „Schaffen wir das überhaupt? Oder quälen wir uns nur noch?"